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Allgemeine Vorbereitung

Da die Massage Körper und Geist entspannen soll, ist eine Vorbereitung, welche eine vertrauensvolle Atmosphäre schafft und das notwendige Equipment bereitstellt, unverzichtbar.

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Die Klassische Massage

Indikatonen:

Die Klassische Massage wird auch als Schwedische Massage bezeichnet und heute in allen Teilen der Welt von Ärzten, Physiotherapeuten, Masseuren und Massagepraktikern ausgeübt. Sie ist deshalb eine der bekanntesten Massagearten. Die Klassische Massage ist wissenschaftlich und medizinisch anerkannt. Die positiven Effekte bei psychischen Krankheitsbildern wurden lange diskutiert. Inzwischen gibt es jedoch zahlreiche Studien und wissenschaftliche Forschungsergebnisse, welche heilende psychische und sogar psychosoziale Wirkungen (insbesondere wegen des Hormons Oxytocin) von Massagen bestätigen.

Wann ist eine Massage angebracht, zu empfehlen bzw. indiziert?

Wenn

  1. eine Beeinflussung des Nervensystems hin zu innerer Ruhe oder ruhigerem Magen vorgenommen werden soll,
  2. (oftmals auch druckschmerzhafte) Muskelverhärtungen (Hartspann) aufgelöst werden sollen,
  3. Anspannung (innere/äußere), Stress und Abgeschlagenheit vorliegen und Entspannung, Stressabbau und Erholung erreicht werden sollen,
  4. eine Steigerung der körperlichen Abwehr- und Leistungsfähigkeit erreicht werden soll,
  5. eine psychische Beeinflussung hin zu mehr Urvertrauen (z.B. Berührungen zulassen), Selbstvertrauen oder positivem Denken vorgenommen werden soll,
  6. die Massage der Herstellung und Förderung sozialer Kontakte* dient
  7. eine Verbesserung der Körperwahrnehmung erreicht werden soll oder
  8. man den Abbau von Stoffwechselprodukten in der Haut, im Bindegewebe und in der Muskulatur zum Ziel hat.

*Die Herstellung und Förderung sozialer Kontakte klingt etwas abstrakt, zielt jedoch zunächst auf eine engere (berührte und damit relativ intensive, zumindest aber gefühlte und damit emotionale) Beziehung zwischen Behandelnden und zu Massierenden. Der zu Massierende lernt dadurch Berührungsängste abzubauen und offener mit anderen Menschen zu kommunizieren. Hierdurch erreicht der zu Massierende eine natürliche soziale Integration deren Fehlen im Vorfeld der Therapie hauptursächlich für bestimmte Symptome (Verhaltensmuster oder auch Krankheitsbilder) war. Relevante Wirkungen entfalten sich wahrscheinlich erst in einem größeren Therapie-Kontext z.B. in Verbindung mit einer Sozio- und Millieutherapie.


Allgemeines/Vorbereitung:

Da die Massage Körper und Geist entspannen soll, ist eine Vorbereitung, welche eine vertrauensvolle Atmosphäre schafft und das notwendige Equipment bereitstellt, unverzichtbar. Es gibt dem Behandelnden außerdem die Gewissheit, alles getan zu haben, um den Erwartungen des zu Massierenden entsprechen zu können.

Um sich angemessen vorbereiten zu können, ist eine gewisse Planung betreffend der bereitzustellenden Ausrüstung notwendig, Außerdem muß die Handhabung von Hilfsmitteln und die Ausführungsweise von Massagearten und -griffen eingeübt bzw. trainiert sein. Es muß auch klar sein wie man sich persönlich vorbereitet. Die Themen „Ausrüstung“, „Hilfsmittel“, „Massagearten und –griffe“ sind i.d.R. Bestandteil von Ausbildungslehrgängen - die „persönliche Vorbereitung“ nicht immer.

Die persönliche Vorbereitung beinhaltet im Wesentlichen die Ausführung von Entspannungsübungen. Daneben können auch Motivationsübungen Bestandteil der persönlichen Vorbereitung sein.

Insbesondere im Vorfeld von Massagesitzungen ist es für den Behandelnden wichtig zu wissen, wie man sich selbst entspannen kann. Nur mit genügenden Fertigkeiten in der Selbstentspannung gelingt es, den zu Massierenden ebenfalls zu entspannen.

Motivationsübungen können insbesondere dann hilfreich sein, wenn im Alltag des Behandelnden negative Erlebnisse verarbeitet werden müssen und ein Einfluß dieses Verarbeitungsprozesses auf die bevorstehende Massagesitzung ausgeschlossen werden soll. Alternativ kann die mentale Vorbereitung, wie sie insbesondere vor Beginn des Trainings bekannter asiatischer Kampfsportarten zur Anwendung kommt, genutzt werden. Hier spricht man weniger von Motivation sondern mehr neutraler vom Ausblenden jeglicher persönlicher Alltagserlebnisse, um den Geist für das bevorstehende Training oder Sonstiges aufnahmefähig zu machen und zu fokusieren.

Die jeweilige Vorbereitung unterscheidet sich von der Art der Massage, die durchgeführt werden soll. Befinden wir uns in einer Praxis, können wir davon ausgehen, dass wir latent „immer bereit“ sind. Denn notfalls brauchen wir nur das Licht anzuknipsen und können loslegen, Hier entfällt ein Teil der „Aufbauarbeit“, wie sie gewöhnlich bei der mobilen Massage anzutreffen ist. Die Massage-Vorbereitung ist vergleichbar mit dem Abarbeiten einer Checkliste:

  1. Lichtverhältnisse angemessen*
  2. Raumtemperatur angemessen (25-28°C)
  3. Räumlichkeit und Zugang in ansprechendem Zustand und sauber
  4. Räumlichkeit geeignet bzgl. Schallsituation (schalldämpfende Räume bevorzugen)
  5. Räumlichkeit kann belüftet werden, wird belüftet, genügend Frischluft vorhanden
  6. Räumlichkeit ist zugfrei!
  7. Störfaktoren beseitigt (Handy aus, Fernseher aus) und ungestörte unterbrechungsfreie Massage sichergestellt
  8. Arbeitskleidung** vorhanden, in einwandfreiem Zustand, sauber, angezogen
  9. Jegliche Nichtarbeitskleidung, die der zu Massierende zu Gesicht bekommt, in einwandfreiem Zustand, sauber
  10. entsprechende Musikmischung*** für die (Brutto-)Zeit der Massage vorhanden, bereitgestellt
  11. Musikanlage funktionstüchtig, sauber
  12. lMassageöl oder –lotion**** vorhanden, bereitgestellt, ggf, vorbereitet (z.B. erwärmt oder gemischt)
  13. Massagebank oder –stuhl vorhanden, im einwandfreien Zustand
  14. Schutzhülle bzw. Tragetasche für die Massagebank oder –stuhl vorhanden, in einwandfreiem Zustand, sauber
  15. Kopfstütze vorhanden, im einwandfreien Zustand
  16. Auflagen wie Decken, Frotteespannbettücher oder Baumwolllaken etc. vorhanden, in einwandfreiem Zustand (insbesondere frei von Flecken, möglichst gebügelt oder gemangelt)
  17. Lagerungsmaterialien wie Kissen, (Halb-)Rollen vorhanden, in einwandfreiem Zustand
  18. Handtuch bzw. –tücher vorhanden, bereitgestellt, sauber, in einwandfreiem Zustand
  19. Persönliche Pflege***** abgeschlossen
  20. Massageablauf im Geiste durchgegangen
  21. Name und Vorlieben bzw. Sensibilitäten des zu Massierenden in Erinnerung gerufen
  22. Persönliche Vorbereitung abgeschlossen

*

Bei der Beleuchtung des Raumes sollte auf helle Deckenlampen verzichtet werden. Beruhigend und damit einer Entspannung förderlich wirkt sanftes und diffuses Licht. Kerzen können ebenfalls verwendet werden, sollten selbstverständlich in einem sicheren Abstand zum Geschehen aufgestellt werden und nie unbeobachtet abbrennen. Es gibt, das sei hier nur erwähnt, auch spezielle Lichttherapien, die einer eigenen Vorbereitung, mindestens jedoch der Installierung einer speziellen Lichtanlage bedürfen.

**

Die Arbeitskleidung sollte bequem und ansprechend sein.

Farbe: Es muß nicht immer das Klinikweiß sein. Sein Sie kreativ! Denken sie daran, dass auch die Kleidung nur ein Teil eines großen Ganzen ist, bezeichnen wir es mal als „Programm“. Sie verkaufen dass ganze Programm und nicht nur einzelne Massagegriffe. Und so nimmt es der zu Massierende auch war, als ein komplettes Programm. Daher spielt auch die Kleidung seine bescheidene Rolle. Anhaltspunkt für die richtige Auswahl ist: Wer sind Sie? Wie wollen Sie wahrgenommen werden? Beachten Sie die Wahrung Ihrer Authenzität! Kommt jetzt „Weiß“ dabei heraus ist es in Ordnung.

Form: Die Bequemlichkeit der Arbeitskleidung wird relevant, wenn sie als Behandelnder selbst die eine oder andere Verrenkung vollführen müssen, z.B. bei der Fixierung des Fußes des zu Massierenden mit dem eigenen Knie(-bereich).

Funktion: Bei schnell ausgeführten Massagetechniken, wie sie im Bereich der Sportmassage zur Anwendung kommen, sind im Zusammenhang mit der Arbeitskleidung insbesondere Eigenschaften, wie Luftigkeit bzw. Atmungsaktivität und Schweißaufnahmefähigkeit von Bedeutung.

***

Die Musikmischung sollte je nach Art der Massage die Anregung oder die Entspannung unterstützen. Die Nutzung explizit als „Massage- und Entspannungsmusik“ o.ä. deklarierter Tonträger ist nicht zu empfehlen. Stellen Sie besser eine Musikmischung aus dem Repertoire „normaler“ musikmachender Künstler zusammen. Hier ist das Angebot derart vielfältig, dass auch die ausgefallensten Wünsche und Vorlieben bedient werden können. Die Musik sollte auch dem Masseur gefallen bzw. auf seiner Wellenlänge liegen. Denn andernfalls besteht sonst die Gefahr, dass der Masseur bei der Massagesitzung abgelenkt oder gestört wird. Während sich umgekehrt der Takt mehr gefälliger Musik im Rhythmus der Massageausführung wiederspiegeln wird, wodurch dem zu Massierenden letztendlich ein harmonisches mehrdimensionales Erlebnis angediehen werden kann. Verständlich wird das, wenn man sich vorstellt, der Behandelnde sei ein Künstler, der die Kunst der Massage beherrscht. Wenn es der Künstler nun versteht in seiner Präsentation auch noch das I-Tüpfelchen „Musik“ optimal einzubinden und mit der Massage zu verbinden, wird es wohl weder dem Masseur noch dem zu Massierenden zum Nachteil gereichen.

****

Massageöl oder –lotion, was nehmen? Die Irritationen der Haut des zu Massierenden bei der Massage sind mit Öl deutlich geringer und bei besonders sensiblen Personen zu empfehlen. Der Nachteil: Das Öl zieht nicht ein und verbleibt auf der Haut. Somit ergibt sich die Notwendigkeit sich im Anschluß der Massage zu waschen oder aber mindestens die behandelten Stellen der Haut mit einem Handtuch gut abzuwischen. Massagelotion dagegen zieht relativ schnell ein und kann problemlos ungewaschen bleiben. Möglicherweise dort zu empfehlen, wo der zu Massierende keine Zeit und/oder keine Möglichkeit hat sich im Anschluß einer Massagesitzung zu waschen (z.B. bei einer Büromassage). Zu beachten ist, dass bei der Verwendung von Öl bzw. einer Verwendung von zu viel Massagelotion, die Ausführung bestimmter Griffe unmöglich wird, da diese eine gewisse Reibungskraft zwischen z.B. Massagehand und Hautarealen des zu Massierenden voraussetzen. In diesem Fall werden mit einem Handtuch die überschüssigen Fette abgewischt. Benutzen Sie Öl bedenken Sie, dass der zu Massierende besonders sensibel auf eine zu niedrige Zimmertemperatur reagiert.
Jeder Behandler sollte unbedingt den Unterschied zwischen raffinierten und nativen Ölen kennen und dieses Wissen bei der Auswahl des eigenen Massageöls im Interesse seiner/ihrer Kunden möglichst berücksichtigen. Falls es hier noch Wissendefizite gibt, empfehle ich als Einstieg den Artikel von Ruth von Braunschweig "Pflanzenöle: raffiniert oder nativ?" in FORUM - Zeitschrift für Aromatherapie ... Nr.29 Jg.2006.

*****

Die persönliche Körperpflege sollte verständlicher Weise besonders penibel durchgeführt werden, sie ist für beide Beteiligten von größter Bedeutung:

  1. Ganzkörperwaschung plus Haare
  2. Haare kämmen, binden
  3. Nägel schneiden (möglichst kurz, jedoch ACHTUNG Maß halten, nicht zu kurz!)
  4. Rasieren, Stutzen von Bart oder sonstiger sichtbarer Körperbehaarung
  5. Zähne putzen(*) (Mundwasser optional)
  6. kein Schmuck anlegen, Brille putzen
  7. dezentes Eau de Toilette, Parfüm oder Rasierwasser erlaubt. (Bitte nicht mehrere Düfte gleichzeitig!)

(*)Zum Zähne putzen gehört im Grunde auch das Weglassen bestimmter geruchsintensiver Nahrungsmittel wie z.B. Zwiebeln oder Knoblauch im Vorfeld, teils auch schon am Vortag.

Das äußere Erscheinungsbild des Behandelnden sowie das seiner Praxis oder mobilen Ausrüstung, Geschäftsbriefe, Visitenkarten sollte miteinander farblich abgestimmt sein bzw. einen bestimmten Stil erkennen lassen oder aber einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert besitzen. Der wirtschaftswissenschaftliche Fachbegriff lautet „Corperate Identity“. Grundkenntnisse über Farbenlehre, Farbenwirkung sind möglicherweise hilfreich. Intuition, entsprechende Begabungen in dieser Richtung oder der Einkauf von Fremdleistungen können den Erwerb entsprechender Kenntnisse auch erübrigen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das gewählte äußere Erscheinungsbild den natürlichen Charakter des Behandelnden unterstreicht und nicht zuwiderläuft.

Die Frage der Authenzität spielt auch in anderen Fragen eine wichtige Rolle. Es ist anzuraten die Authenzität zu waren und keine aufgesetzte Rolle zu spielen, die man nicht ausfüllen kann. Es fällt beispielsweise auch einem durchschnittlichen Beobachter recht schnell auf, ob sein Masseur nur den Entspannten spielt oder ob er auch wirklich entspannt ist. Deshalb ist der Job des Masseurs auch nicht nur ein Job, der auf bestimmte handwerkliche Tätigkeiten reduziert werden kann. Wenn im weitesten Sinne „Gesundheit“ verkauft wird erwartet der Käufer zu Recht, dass der Anbieter selbst in der Frage „Gesundheit“ auch weiter entwickelt ist als der Durchschnitt der Bevölkerung. Eine einfache Reproduktion von Gelerntem reicht bei weitem nicht aus. Man sollte die Inhalte die man verkauft auch selber leben (können). Wer im Bereich Massage tätig werden will, sollte sich im Klaren darüber sein, dass er oder sie neben dem Erlernen „technischer“ Kenntnisse möglicherweise auch für lange Zeit an sich selbst arbeiten muß.


Kontraindikatoren:

Kontraindikatoren bezeichnen Zustände des zu Massierenden, bei denen eine Massage unterlassen werden sollte. Grundsätzlich gilt für Massagepraktiker (Gewerbetreibende): Erlangen Sie Kenntnis darüber, dass der zu Massierende krank ist, hat eine Massage zu unterbleiben. Man erlangt Kenntnis über Kontraindikatoren des zu Massierenden, wenn er oder sie es mitteilt oder wenn entsprechende Beobachtungen am zu Massierenden gemacht werden (medizinisch: „Anamnese“ und/oder „Krankenbeobachtung“). Die Beobachtung meint dabei die Erfassung sinnlich wahrnehmbarer Vorgänge und Umstände am in unserem Fall zu Massierenden. Kurz: Wenn man auch als Laie erkennt/sieht, dass der zu Massierende offensichtlich krank ist (z.B. aufgrund von blutigem Hautausschlag), dann erübrigt sich selbstverständlich eine Behandlung.

Um nun wenigstens grundlegend mit den wichtigsten möglichen Kontraindikatoren vertraut zu werden, sind sie regelmäßig Bestandteil entsprechender Ausbildungen und der Vollständigkeit halber hier mit aufgeführt. Beachten Sie jedoch, dass sich die Kontraindikatoren von Massageart zu Massageart unterscheiden können. Auch ist es möglich, dass Kontraindikatoren nur einen lokalen Bezug haben und die Massage an anderen Körperteilen uneingeschränkt fortgesetzt werden kann. Weiterhin gibt es Kontraindikatoren, die eine Massage erschweren nicht unbedingt jedoch unmöglich machen.

Leidet man unter folgenden Beschwerden sollte von einer Massagebehandlung dringend abgeraten werden:

  • Herzleiden/Frischer Herzinfarkt
  • Hoher Blutdruck
  • Bakterien- oder Virusinfektion
  • Übelkeit oder Bauchschmerzen/Allgemeines Unwohlsein
  • Starke Rückenschmerzen
  • Stechende Schmerzen in den Gliedmaßen
  • Erhöhte Temperatur/Fieberhafte Erkrankungen
  • Offene Wunden oder (lokale) Hautentzündungen
  • Krebs/Tumore
  • Blutungsneigung
  • Hochgradige Osteoporose
  • Varizen (Krampfadern)
  • Frakturen (Knochenbrüche)
  • Ernsthafte psychische Pathologien (abnormale und krankhafte Veränderungen im menschlichen Organismus)

Ebenfalls von Massagen abzuraten ist im Falle einer Rekonvaleszenz (letzte Phase einer Erkrankung mit abklingenden Krankheitserscheinungen) nach Operationen


Die klassischen Massagegriffe:

Die klassische manuelle Massage arbeitet mit folgenden fünf Grundtechniken und entsprechenden bekannten oder selbstentwickelten Derivaten:

  1. die Streichung (Effleurage)
  2. Reibung (Friktion)
  3. Knetung oder Walkung (Pétrissage)
  4. Klopfung (Tapotement)
  5. Erschütterung (Vibration)

Auf eine Abhandlung der diversen Einzelgriffe, die unter den aufgeführten Grundtechniken jeweils zusammengefaßt werden können wird bis auf weiteres verzichtet.

Streichung:

Hier streicht die flache Hand mit leichtem Druck über die Haut und fördert dadurch die Durchblutung der behandelten Hautareale und die Venenfunktion. Achtung!: Versuchen Sie mit der ganzen Hand Hautkontakt herzustellen und beizubehalten. Das arbeiten mit und in der Fläche sind hier wichtig. Die Hand des Behandelnden passt sich harmonisch fließend der Hautoberfläche an.

Reibung:

Hier werden bestimmte Hautabschnitte mit mehr oder weniger kräftigem Druck mit kreisenden oder nichtkreisenden Bewegungen gerieben. Die Reibung fördert die Durchblutung und die Erwärmung der Haut. Die kreisenden Bewegungen werden gewöhnlich als Zirkelungen bezeichnet.

Knetung oder Walkung:

Hier werden die Muskeln mit mehr oder weniger festen Griffen durch „Knetung“ bearbeitet. „Knetung“ bedeuted ein gewisses Zupacken oder Greifen oder auch drückendes Fixieren und zeitgleiches gegeneinander Verschieben der Muskelfasern. Dabei können die beiden Hände, die jeweils nebeneinanderliegend Muskelteile kontrollieren gegeneinander hin und her verschoben werden oder/und die einzelne Hand selbst knetende Bewegungen vollführen, i.d.R. dann zwischen Daumen und den restlichen Fingern.

Klopfung:

Hier werden die Haut und entsprechende Muskelgruppen durch „Klopfung“ mit relativ hoher Frequenz bearbeitet. Die Bewegungslänge ist sehr kurz und erfolgt aus dem Handgelenk. Benutzt werden die Fingerkuppen, die Fingeraußenseite auf Höhe der Fingermittelknochen (offene Faust), die hohle Hand oder die Handkanten. Hier entsprechende fachgängige Synonyme:

  1. Fingerkuppen und die Fingeraußenseite auf Höhe der Fingermittelknochen (offene Faust) = Klopfung
  2. die hohle Hand = Klatschung
  3. die Handkanten = Hackung

Bei der Handkante kommt i.d.R. der Handkantenballen zum Einsatz. Alternativ, z.B. wenn Kraft aus der Bewegung herausgenommen werden soll, kann auch die Kante des kleinen Fingers verwendet werden.

Erschütterung:

Erschütterungen dienen entweder

  1. der Tiefenarbeit an Muskulatur und/oder Gelenken (sog. Schüttelungen) oder
    der Auflockerung aller Gewebsschichten oder der Atemunterstützung (sog. feine Vibrationen)
    Bei den Schüttelungen unterscheidet man
    die „normale“ manuelle Schüttelung ein –oder beidhändig einzelnen Körperteile und

  2. den Schüttelzug (Schüttelung unter Zug) ein- oder beidhändig bestimmter zusammengehöriger Körperregionen ,z.B. beidhändig beide Beine.

Die Schüttelungen erfordern ein Greifen oder fixieren eines Muskelabschnitts oder eines Gelenks (bei Schüttelzug) und eine hochfrequente Hin- und Herbewegung in unterschiedlichen Richtungen, je nach Erfordernis und Möglichkeit.

Die richtige Ausführung von Schüttelungen erfordert einiges Geschick und ist relativ kraftraubend. Die Bedeutung der Massagetechnik „Schüttelung“ ergibt sich durch die in Bewegung gebrachte Schwungmasse Muskel, welche im Schüttelzustand mit entsprechenden Flieh- und Zugkräften tief am Muskelansatz (der sich üblichen Massagetechniken entzieht) zerrt und dort vorhandene Verhärtungen zu Leibe rückt. Gerade der Muskelansatz ist im Sport für eine optimale Kraftdynamik essentiell sowie im Bereich der bewussten Muskelentspannung der entscheidene Zugang zum Muskel. Kann der Muskelansatz nicht entspannt werden, bleibt der gesamte Muskel unter Normalspannung.

Die Vibration ist ein besonders hochfrequenter Bewegungsablauf mit einem ausgesprochen geringen und kaum sichtbaren Bewegungshub, ähnlich einer Stimmgabel. Diese Technik bedarf einer hohen Körperspannung und reichlich Übung.


Muskeln:

Hier werde ich zu gegebener Zeit mehr über die Muskeln referieren, die der Beeinflussung durch die Massage unterliegen. Bis dahin begnügen wir uns mit der Darstellung des Muskelapparats des Menschen:

 ANATOMIE VORDERANSICHT
 ANATOMIE RÜCKANSICHT
Entnommen aus "Biologie in Übersichten: Wissenspeicher für den Unterricht" (Volk u.Wissen, 1988)

Die Sonstige Tips und Kniffe:

In loser Folge:

  1. Waschen Sie sich die Hände ab, nachdem Sie die Füße des zu Massierenden behandelt haben, und gehen Sie dann erst zu anderen Körperteilen über. Oder behandeln Sie die Füße grundsätzlich zum Schluß. In jedem Fall sollten Sie sich nach dem Ende einer Massagesitzung die Hände gründlich waschen.

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